Einstürzende Altbauten: Die nächste Runde der Bonner Bäderdebatte

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Das nächste Opfer der Bäderdebatte?

Das Bädersterben begann 2010 mit dem Viktoriabad, als dort der Beton von der Decke bröckelte und der Stadtrat sich gegen die notwendigen Reparaturen aussprach. Im Mai entdeckte die Stadt gravierende Mängel beim Kurfürstenbad, weitere Zukunft noch unklar. Und auch im Frankenbad wird eine Überprüfung sicher ähnlich unerfreuliche Ergebnisse bringen – denn was soll man auch anderes erwarten, wenn die Stadt seit Jahren nicht einmal das Allernötigste in die zum Teil über 50 Jahre alten Bäder investiert?

Verwaltung und Teile der Politik versprechen sich die Lösung von einer Idee des Stadtsportbundes, der einen Neubau eines Hallenbads auf dem Gelände des Wasserlands in Dottendorf vorgeschlagen hat, um dafür Frankenbad und Kurfürstenbad zu schließen. Das sieht allerdings bisher mehr nach Fata Morgana aus. Ganz ähnlich klang es damals im Mai 2010, als man nach der Schließung des Viktoriabads sofort das Frankenbad in der Altstadt renovieren wollte. Doch dieses Versprechen hat die Politik nicht gehalten. Das Frankenbad nun aufs Spiel zu setzen, wäre das dümmste, was die Stadt tun kann: Es ist als Schwimmbad für den Bonner Norden und als sozialer Raum für die Altstadt unverzichtbar. Statt neue Luftschlösser zu bauen, sollte sich die Stadt darauf besinnen, was sie hat – und ihre Bäder an Ort und Stelle sanieren.

Kein Platz für Rassismus und Gewalt

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BSC-Präsident Prof. Dr. Dirk Mazurkiewicz und Präsidiumsmitglied Jürgen Harder mit dem Vorsitzenden der Bonner Linksfraktion Dr. Michael Faber (Mitte)

Fußball gilt als das „jogo bonito“, das schöne Spiel – die vergangene EM hat aber wieder mal gezeigt, dass es neben dem Platzes oft ziemlich hässlich zugeht. Prügelnde Hooligans und Reichskriegsflagge in Frankreich, in Deutschland Morddrohungen gegen die Grüne Jugend nach deren Aktion gegen die Deutschland-Flaggen. Für den Bonner SC alles leider nichts Neues: Der größte Bonner Verein hat seit einigen Jahren ein Problem mit rechten Fans. Das wurde einer breiten Bonner Öffentlichkeit erstmals im Herbst 2014 mit dem Überfall von Fans aus dem BSC-Umfeld auf linke Kneipen in der Altstadt bekannt.

Der BSC bemüht sich allerdings gegenzusteuern. Und wir freuen uns, dass wir dazu auch einen kleinen Beitrag leisten konnten: Auf Vorschlag der LINKEN hat sich der BSC jetzt an der Aktion „4 Schrauben für Zivilcourage“ der Initiative „Fußballvereine gegen Rechts“ beteiligt. Am Sportpark Nord hängt seit kurzem ein Schild, mit dem der Verein Rassismus und Gewalt eine klare Absage erteilt. Ein kleiner Schritt, der das Problem nicht lösen wird – aber hoffentlich dazu beiträgt, dass sich der BSC nach dem Aufstieg wieder mehr auf Fußball konzentrieren kann.