Skatepark in Warteschleife

Wer zum ersten Mal von „Beton für Bonn“ hört, für den klingt die Forderung auf Anhieb vermutlich nicht besonders attraktiv. Aber hinter dem Namen verbirgt sich keine Initiative für mehr Tiefgaragen und aschgraue Bürogebäude – es geht um den Bau eines Bonner Skateparks, also einer speziell für die Bedürfnisse von Skateboardern angelegten Betonfläche zum Fahren, Überwinden von Hindernissen und Einüben von Tricks. Viele Städte haben in den letzten Jahren den Bau solcher Anlagen unterstützt oder gar selbst in die Hand genommen, in der näheren Umgebung zum Beispiel Troisdorf, Rheinbach, Koblenz oder Köln. Und die Gründe dafür liegen auf der Hand: Handelt es sich dabei doch um eine neue, abwechslungsreiche Möglichkeit der Freizeitgestaltung für Jugendliche und junge Erwachsene, die auch außerhalb von Vereinsmitgliedschaften und Betriebssportgruppen Menschen für Sport und Bewegung begeistern kann. Skater bilden davon abgesehen eine eigenständige Jugend- und Subkultur, die ihren eigenen Platz in einer lebendigen Stadtgesellschaft zweifellos verdient hat.

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Nur für Fortgeschrittene: Halfpipe in der Bonner Rheinaue

Doch ohne städtische Unterstützung wird das nicht funktionieren – und hier beginnen erwartungsgemäß die Probleme. Dem Fundraising-Projekt „Beton für Bonn“ stehen zwar für den Bau Gelder aus der städtischen Sportförderung zu, aber benötigt wird vor allem eine geeignete Fläche. Nach Jahren der Verschleppung war man sich in Sportausschuss und Stadtverwaltung zuletzt eigentlich einig: Das Gelände der ehemaligen Verkehrsschule in der rechtsrheinischen Rheinaue in Beuel wäre gut dafür geeignet. Doch die Pläne trafen vor ein paar Wochen auf den Widerstand einiger Beueler Bürgervereine und kurz darauf vollzogen auch die Politiker von CDU, SPD und FDP in der Bezirksvertretung das, was man auf der Halfpipe womöglich als einen formvollendeten „Backflip 180“ bewundern würde und knickten ein, weswegen die Zukunft des Bonner Skateparks zum heutigen Tag nicht gesichert ist. Wir werden uns als Linksfraktion weiter für das Projekt einsetzen – bis dahin bleibt der Skatepark aber ein weiteres Beispiel für den traurigen Zustand der Bonner Sportförderung, wo Projekte mit reinem Eventcharakter oft den Vorzug erhalten, während Initiativen ohne große Lobby und Marketingwert in die Warteschleife geschickt werden.

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Ein Kommentar zu “Skatepark in Warteschleife

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