SWB: Geschäftsführergehälter begrenzen!

von Dr. Michael Faber, Fraktionsvorsitzender der Linksfraktion

DSC_0038klAls vollständig kommunales Unternehmen sind die Stadtwerke Bonn GmbH der Daseinsvorsorge verpflichtet und kein renditefixiertes Unternehmen wie die großen Energiekonzerne. Neben einer sozialen Geschäfts- und Preispolitik muss sich dieser Umstand auch in einer Begrenzung der Geschäftsführergehälter widerspiegeln. Der städtische Beteiligungsbericht, in dem auf Initiative der Linksfraktion die Spitzengehälter seit einiger Zeit veröffentlicht werden, zeigt den Handlungsbedarf auf: Mit durchschnittlich über 250.000 Euro im Jahr liegen die Gehälter der Geschäftsführer der Stadtwerke aus unserer Sicht viel zu hoch. Hinzu kommen noch hohe Versorgungsansprüche: Die Presse berichtete zuletzt über eine entsprechende Anfrage der Linksfraktion. Danach war die Altersversorgung der SWB-Geschäftsführer bisher oft besonders üppig geregelt. In vielen Fällen war es üblich, dass die SWB ihren Geschäftsführern zwischen 50 % und 75 % ihrer hohen Gehälter auch noch als Altersversorgung garantierten. Und das wohlgemerkt aus SWB-Mitteln und nicht aus externen Renten- oder Versorgungskassen. Das heißt, dass wir über die Strompreise noch auf Jahrzehnte außerordentlich hohe Rentenansprüche von früheren Geschäftsführern mitzahlen. Besonders krass: Ein als CDU-nah geltender Geschäftsführer, der 2014 ausschied, hatte demnach nach nur fünf Jahren Tätigkeit bei den SWB bereits einen Anspruch auf 125.000 Euro jährliche Rente erworben. Es ist ein Skandal, dass ein öffentliches Unternehmen ein solches Versorgungsniveau gewährt – zumal nach so kurzer Arbeitszeit. Was für normale ArbeitnehmerInnen in der gesetzlichen Rentenversicherung völlig unerreichbar ist, darf kein Standard bei einem öffentlichen Unternehmen sein! Die Verantwortung für diese viel zu hohen Bezüge tragen die früheren SWB-Aufsichtsratsmitglieder: OB Dieckmann und Ratsmitglieder von CDU, SPD und Grünen.

Heute rühmt sich der CDU-Aufsichtsratschef, einen Kurswechsel eingeleitet zu haben. Als Linksfraktion können wir das aber nicht erkennen und bleiben in den Gremien weiter dran. Unsere Forderung: Die Gehälter der Chefs bei den Stadtwerken müssen erstens deutlich gesenkt werden. Außerdem sollte die Altersversorgung der Geschäftsführer zukünftig deren Privatsache sein. Das hier eingesparte Geld ist bei einer sozialen Preispolitik im Energie- und Verkehrsbereich sowie guten Arbeitsverhältnissen der Beschäftigten besser angelegt.

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