#Beethovenhölle (Ratsbericht vom 05.03.)

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Ratssondersitzung zur Beethovenhalle (Symbolbild)

Die Kostensteigerungen und zeitlichen Verzögerungen bei der Sanierung der Beethovenhalle lassen den Bonner Stadtrat nicht zur Ruhe kommen. Am gestrigen Montag tagte der Rat deshalb außerhalb der Reihe – obwohl die nächste reguläre Ratssitzung schon in zweieinhalb Wochen (am 20.03.) stattfindet und auch der Projektbeirat Beethovenhalle (am 28.02.), der Betriebsausschuss SGB (am 14.03.) und der Kulturausschuss (am 15.03.) das Thema bereits davor auf der Tagesordnung hatten oder haben werden.

Ernste Zweifel, ob die Sitzung gestern wirklich notwendig war, gab es also bereits im Vorfeld und wurden im Sitzungsverlauf erhärtet. In den fast drei Stunden technischer Debatte über Baugrundgutachten und Kampfmittelbeseitigung gab es wenig Neues und nichts Dringliches in der Sache. (Am wenigsten von den Sozialliberalen, die die Sitzung überhaupt erst einberufen hatten, aber sich an der Debatte kaum beteiligten.) Wo die politische Verantwortung für die Verzögerungen und Kostensteigerungen liegt, ist letztlich bereits geklärt (Stadtdirektor Fuchs am 12.12.2017 im General-Anzeiger: „Wenn es schief geht, rollt mein Kopf“) und ob die Schuldzuweisungen der Stadtverwaltung an die Architekten zutreffen, lässt sich schwer feststellen, solange die von der Stadt einen Maulkorb verpasst bekommen. Wir hatten als Linksfraktion lange vor den jüngsten Entwicklungen gewarnt, dass sich die Stadtverwaltung in ihren Sanierungsbemühungen durch die einseitige Fixierung auf das Beethovenfest im Jubiläumsjahr 2020 erpressbar macht und finden, dass die Beethovenhalle eine Bedeutung hat, die weit über „BTHVN2020“ hinausgeht.

Zu anderen (tatsächlich dringenden) Themen fanden sich in der Tagesordnung auch noch Anträge von uns wieder: Einerseits wollten wir die Vorschläge, die der OB für Bonn als eine Modellstadt für das Sofortprogramm „Saubere Luft“ bis Mitte März der Bundesregierung übermitteln soll, sehen und mitbeschließen. Dass der OB hier alles selbst entscheidet (und in Eigenregie zum Beispiel den Vorschlag für einen fahrscheinlosen ÖPNV schon wieder ad acta legen will), ist für uns nicht hinnehmbar, darüber muss der Rat beschließen. Auch wenn der Antrag selbst am Ende der Sitzung unter anderem mit den Stimmen der Grünen abgelehnt wurde, soll die Verwaltung nun zumindest den planungspolitischen Sprechern in dieser Woche den Maßnahmenkatalog vorlegen.

Ein zweiter Antrag von uns befasst sich mit dem Bürgerbegehren zum geplanten Zentralbad. Die Stadt hatte wegen ihrer fehlerhaften Kostenschätzung vor dem Verwaltungsgericht Köln gegen die Bürgerinitiativen letzte Woche eine juristische Schlappe erlitten und wollte dagegen Rechtsmittel einlegen. Gegen diese Absicht hatten wir wiederum einen Antrag eingebracht: Die Stadt soll das Urteil akzeptieren und die Fehler möglichst schnell berichtigen. Auch wenn letztlich nach der langen Diskussion zur Beethovenhalle keine Sitzungszeit mehr übrig war (die Sitzung wird nächste Woche Montag fortgesetzt), scheint die Möglichkeit zu bestehen, dass die Stadt hier einlenkt:  Der OB sagte in Reaktion auf ein Gesprächsangebot durch „Kurfürstenbad bleibt“ und „Frankenbad bleibt Schwimmbad“ zumindest in der Sitzung zu, sich mit den Initiativen an einen Tisch zu setzen und gemeinsame Lösungen im Streit um die Kostenschätzung zu suchen.

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