Ich sehe tote Enten

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Zwei zugezogene Kanadagänse in der Rheinaue

Im Sommer 2016 schrieb die Stadt in einer Stellungnahme an die Bonner Bezirksvertretung über den Zustand des Bonner Rheinauensees:

Von einer völligen Veralgung oder gar „Umkippen“ des Sees kann nicht gesprochen werden. Auch bestand oder besteht keine akute Bedrohung für die Tierwelt.

Zwei Jahre später, im Sommer 2018, starben Hunderte der akut unbedrohten Tiere, und die Kadaver der Fische, Enten und Gänse mussten wochenlang von Freiwilligen, Mitarbeitern von Tiernotruf und Tierrettung und städtischen Beschäftigten eingesammelt und entsorgt werden. Sogar bis in den Dezember sind offenbar noch einige Schwäne in der Rheinaue verendet. Ein Indiz dafür, dass die Verwaltung den Zustand des Sees notorisch zu optimistisch einschätzt? Die Stadt findet das nicht: Eine grundlegende Sanierung des Rheinauensees soll jedenfalls nun ein weiteres Mal, jetzt auf 2020, verschoben werden. Vorher wird lediglich weiter geprüft, untersucht, getestet. Aufwendige, aber wesentlich wirksamere Maßnahmen wie etwa die komplette Ausbaggerung des Faulschlamms, wozu das Wasser erst mal abgelassen werden müsste, oder die drastische Erhöhung der Wasserzufuhr durch den Ausbau von Zu- und Abflüssen, werden damit erneut verschleppt.

Stattdessen hofft die Verwaltung, mit einem Mix aus kurzfristigen Aktionen ein Massentiersterben im kommenden Sommer zu verhindern. Weil das ja bisher schon so gut funktioniert hat. Und Fragen bleiben dabei weiterhin offen: Was zum Beispiel soll man sich unter den „Maßnahmen zum Mangement“ der als „nicht-heimisch“ identifizierten Wasservögel eigentlich vorstellen? Die freiwillige Rückführung der Nil-Gänse nach Ägypten vielleicht?  Die einzige größere Neuerung ist das stadtweite Fütterungsverbot, das der Rat voraussichtlich in seiner nächsten Sitzung verabschieden wird. Doch so richtig das auch ist, es wird nicht ausreichen, um die grundlegenden Probleme des Sees in den Griff zu kriegen.

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