Schwimmbäder statt Schlimmbäder

Die Stadt schlägt im neuen sogenannten Rahmenplan weitreichende Änderungen für die Bonner Hallenbäder vor. Auch wenn manches davon sinnvoll erscheint, hat der Plan viele Ungewissheiten und Nachteile.

von Jürgen Repschläger, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der Linksfraktion

Frankenbad

Als Oberbürgermeister Sridharan und die Verwaltungsspitze Mitte April mal wieder einen Rahmenplan für die Neuordnung der Bäderlandschaft vorlegten, traute man seinen Augen und Ohren nicht: Pro Stadtbezirk soll es ein Hallenbad geben und auch alle Freibäder bleiben bestehen. Nichts anderes hatte, neben einigen Bürger- und Schwimmbadinitiativen, auch die Linksfraktion seit Jahren gefordert. Die jetzt wohl endgültige Aufgabe der Zentralbadfantasien von OB und Jamaika-Koalition kann nur begrüßt werden. Wird nun alles gut? Leider nicht.

Der Teufel liegt im Detail bzw. in einer erneuten Prüfungsorgie und in dem damit verbundenen Zeitplan. Vor allem die Zukunft des Frankenbades bleibt ungewiss. So soll ein Hallenbadneubau auf dem Gelände des Römerbades geprüft werden. Geht das, so könnte das Frankenbad ein Kulturzentrum werden, geht das nicht, könnte das Frankenbad als Schwimmbad saniert werden. Man beachte den Konjunktiv. Sanierungsbeginn für das beliebte Bad inmitten der Altstadt wäre erst 2025. Geht’s noch? Nicht nur, dass das Areal am Römerbad im direkten Hochwassergebiet liegt, es fehlt auch das Baurecht. Das alles ist nur ein weiteres Hinauszögern der längst überfälligen Sanierung des Frankenbades. Die Linksfraktion fordert weiterhin die zügige Instandsetzung, nicht zuletzt, um weiteren Substanzschaden abzuwenden. Angesichts der zentralen Lage setzt sich die LINKE auch für den Erhalt der Beueler Bütt ein und begrüßt das lange geforderte Hallenbad für Bad Godesberg. Es spricht viel für einen Neubau am bisherigen Standort des Kurfürstenbades, allerdings muss der Dialog und das Einvernehmen mit den dort engagierten Bürgerinitiativen gesucht werden. Einen weiteren Zeitverlust können wir uns nicht leisten. Deshalb sollte noch vor der Kommunalwahl im Sinne der Stadtteilbäder entschieden werden. Die Parole lautet: „Jetzt endlich machen!“

Dieser Artikel ist auch in der Sommerausgabe 2020 unserer Fraktionszeitung Die LINKS-rheinische erschienen.