Jemand hat die Absicht, eine Rutsche zu bauen

Wer es bislang in seinem oder ihrem Leben irgendwie geschafft hat, nicht zum Zyniker zu werden, wird von den Bonner Stadtwerken (SWB) seit Anfang des Jahres auf eine harte Probe gestellt. Gemäß der alten Werbeweisheit „Kinder und Tiere gehen immer“ luden Projektplaner mit den SWB Ende Januar unter großem Medienrummel 70 Bonner Pänz zum schamlosen Publicity-Stunt, äh, „Rutschen-Workshop“ für das neue geplante Zentralbad, gegen das sich ein aktuelles Bürgerbegehren richtet, das von unserer Fraktion unterstützt wird.

Jetzt im März wurden die Ergebnisse mit den fünf favorisierten Entwürfen noch einmal im „Beratungsgremium Bad“ der SWB etwas detaillierter vorgestellt: Mit Elementen wie „Rüttelfunktion“, „schrillen Lichtblitzen und wummernden Bässen“ und freiem Fall „durch eine aufgehende Glasklappe steil nach unten“ erhärtet sich der Verdacht, dass – vorsichtig formuliert – die Realisierbarkeit der Vorschläge und damit eine tatsächliche Bürgerbeteiligung nicht das Hauptaugenmerk des Workshops war. Denn es besteht bei solchen Vorschlägen offensichtlich erhebliches Gefahrenpotenzial: Nicht notwendigerweise für die BesucherInnen (obwohl die Stadtwerke vielleicht vorsorglich mit dem Finanzamt klären sollten, ob eventuell anfallende Schmerzensgeldforderungen steuersparend mit den SWB-Gewinnen aus der Energiesparte verrechnet werden können), aber – und das ist viel wichtiger – auf jeden Fall für das für die Rutschen vorgesehene Budget von einer Million Euro.

Die Beteuerungen, dass die fünf Vorschläge des Workshops auf jeden Fall umgesetzt werden, klingen dann auch nach und nach immer weniger überzeugend. Auf der offiziellen Website heißt es noch:

Nach fünf Stunden konzentrierter und kreativer Arbeit präsentierten sie fünf Rutschenmodelle, die sie sich für Bonn wünschen und die jetzt von Ingenieuren, Architekten und Planern konkretisiert und durchgeplant werden.

Wirklich alle fünf? Werner Schui (SWB) wirkt da im Express hinterher schon etwas defensiver:

Am Anfang können wir vielleicht nur zwei oder drei Rutschen bauen, die sollen dann aber genau so sein, wie es sich die Kinder vorstellen.

Im SWB-Gremium im März war nur noch von einem Modell die Rede, das umgesetzt werden soll. Falls das Bad tatsächlich gebaut wird, wird sich zeigen, ob hinterher tatsächlich mehr als bloße Stichworte und Dekorationsideen vom Rutschen-Workshop übriggeblieben sind. Wir hätten da jedenfalls schon eine Prognose, wie es am Schluss aussehen könnte:

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Bildrechte: CC0 (gemeinfrei)

 

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Von wegen alternativlos!

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Der Stadtrat hat entschieden: Bis zum 21.04.2017 kommt es zu einem Bürgerentscheid über den Erhalt des Kurfürstenbads und damit indirekt über die Zukunft der städtischen Bäderlandschaft insgesamt. Alle wahlberechtigten Bonnerinnen und Bonner bekommen die Wahlunterlagen von der Stadt zugeschickt und können per Briefwahl abstimmen. Die Linksfraktion unterstützt das Anliegen des Bürgerbegehrens für den Erhalt des Bades und wohnortnahes Schwimmen in Bonn und hat sich mit den Initiator*innen unterhalten.

Die Stadtwerke planen ein neues Bad im Sportpark Wasserland, nicht weit von Godesberg. Warum brauchen wir da noch das alte Kurfürstenbad?

Axel Bergfeld: In unserer Kampagne haben wir am Anfang unter dem Schlagwort „10 gute Gründe“ versucht zusammenzufassen: Was ist eigentlich alles wichtig, was sind eigentlich die zentralen Argumente für uns? Für die Godesberger ist es erst mal die Identität. Wir tragen das Bad schon im Namen, und es ist das einzige Hallenbad, das wir haben. Es liegt im Zentrum, und ist dadurch auch wichtig für das gesamte Umfeld und hat eine Funktion für unsere Innenstadt. Das war für mich persönlich als Ladenbesitzer auch ein Grund, mich hier in der Initiative zu engagieren. Es besteht die Gefahr, dass das Zentrum in gewisser Weise „kippt“: Die Läden wechseln oder werden aufgegeben und die eigentlich bisher hier einkaufende Bevölkerung verabschiedet sich und fühlt sich fremd. Wenn ich diese Entwicklung laufen lasse, ohne dass ich da aktiv Impulse setze – zum Beispiel, indem ich ein Schwimmbad erhalte – dann habe ich nach und nach eine Situation, in der dieses Stadtzentrum nicht mehr akzeptiert wird von der Bevölkerung. Das hat sich in letzter Zeit alles nochmal verstärkt. Das Ännchen ist verkauft worden an einen arabischen Geschäftsmann, wir hatten die Überschwemmungsgeschichte in 2016 mit Schließung der Fronhofer Galeria, wir hatten den Tod von Niklas, das war alles im letzten Jahr. Das sind Aspekte, die dazu führen, dass die Leute sich hier in Bad Godesberg nicht mehr richtig wohlfühlen.

Elisabeth Schliebitz: Für mich ist noch ein anderer Aspekt wichtig: 80 000 Einwohner brauchen einfach ein Schwimmbad. Viele Kinder lernen nicht mehr Schwimmen. Das war für mich empörend! Die Arroganz der Verwaltung, das zu ignorieren, war für mich ein entscheidender Grund, darum bin ich auf die Straße gegangen. Für mich ist immer noch vollkommen rätselhaft, wie man in einem Stadtteil, der so viele Schulen hat wie Bad Godesberg, Schulschwimmen einfach ausfallen lassen will. Zur Zeit fahren einige Leute, die früher im Kurfürstenbad geschwommen sind, rüber ins Lemmerzbad nach Königswinter, das muss man sich mal vorstellen. Und was ist mit den Menschen, die schwimmen müssen, um gesund zu bleiben, aber zum Beispiel keine großen Strecken mehr bewältigen können und diese Nähe brauchen?

Wolfram Kuster: Die ganze Argumentationskette der Stadt stand für uns von Anfang an auf sehr schwachen Füßen. Auch mit den Kosten für die Reparatur, das ist nicht haltbar. Aber das ist ja nichts Neues, wie mit Godesberg hier umgegangen wird, man kennt das schon aus den 50er-, 60er-Jahren. Auch gegen die Godesberger Eingemeindung gab es massive Widerstände der Bürger. Im Grunde genommen stehen wir da in einer ganz guten Tradition, finde ich: Dass die Bürger selbst schauen, was mit ihrer Stadt passiert, und sich nicht einfach so von oben herab einvernehmen lassen.

Ist das auch die Stimmung, die ihr seit Start Eures Bürgerbegehrens in Godesberg vorgefunden habt?

Wolfram Kuster: Zumindest bei denen, die dann auch bei uns unterschrieben haben, 13 600 Unterschriften sind ja kein Pappenstiel. Der Tenor war sehr deutlich.

Axel Bergfeld: Das lief ähnlich wie beim Bürgerbegehren Viva Viktoria! in 2015, wo wir auch überrascht waren, wie viel Frust, wie viel Unzufriedenheit sich da aufgestaut hatte. Was dann dazu führte, dass uns die Leute mehr oder weniger die Bude eingerannt haben. Wir hatten das Gefühl, wir stellen uns auf die Straße und es gibt eigentlich nur ganz, ganz wenige, die sich anders geäußert haben. Gut, wir sind hier in Bad Godesberg und es geht um das Godesberger Hallenbad. Auf der anderen Seite denke ich aber, das Bad ist in gewisser Weise auch ein Symptom. Es gibt hier jede Menge anderer Probleme, das Gefühl, abgehängt zu werden, ist natürlich nach wie vor sehr präsent im Stadtteil.

Ihr habt die Zahlen der Stadt für eine Reparatur des Kurfürstenbades hinterfragt, eigene Berechnungen angestellt und Vorschläge gemacht. Trickst die Verwaltung da?

Wolfram Kuster: Die Vermutung liegt jedenfalls nahe, um das mal vorsichtig zu formulieren. Und das reicht mir schon. Bis ich mit unseren Experten selbst das Bad besichtigt habe, dachte ich: Sind die Zahlen der Stadt nicht doch beachtenswert? Aber seit ich dort selbst drin war und auch von der Idee erfahren habe, wie man die Technik zumindest ein Stück weit und übergangsweise ergänzen könnte, zweifele ich immer mehr an der Aussage der Stadt, man könne dort gar nichts mehr machen, es sei nur noch für die Abrissbirne und alles andere sei wirklich absoluter Schwachsinn. Und das ärgert mich dann natürlich auch zusätzlich, dass die einen für so doof verkaufen oder meinen, man würde das vielleicht nicht merken. Angesichts der Projekte, die hier in Bad Godesberg in der Vergangenheit auch mit wenig Transparenz für die Bevölkerung propagiert worden sind, kann so ein Eindruck entstehen. Schon damals bei der Errichtung der neuen Stadthalle zum Beispiel, was ja ein Jahrhundertprojekt war, hatte man durchaus die Idee, wieder ein richtiges Kurzentrum einzurichten, dazu passt ja auch die Quelle, die erst für viel Geld erschlossen worden und dann wieder versickert ist, weil sich kein Mensch drum gekümmert hat und irgendeine Firma sagte, es rentiere sich nicht. Das ist auch ein Umgang mit Geschichte und Lebensumfeld von Menschen, der eigentlich unglaublich ist. Wir haben jetzt noch knapp 10 Jahre Zeit, um das hundertjährige Jubiläum von „Bad“ Godesberg zu feiern: Am 10.06.1926 hat Godesberg seinen Titel als „Bad“ bekommen. Vielleicht wird unser Projekt in dieser Hinsicht ja eine Art Neustart, denn das Kurfürstenbad gehört aus unserer Sicht einfach mit dazu.bleibt

Bleibt Eure Initiative auf Bad Godesberg beschränkt? Welche Bedeutung hat das Bürgerbegehren für den Rest der Stadt?

Elisabeth Schliebitz: Ich glaube einfach, es gibt in Bonn eine grundsätzliche Tendenz: nämlich Herrschen durch Separieren. Die Stadt Bonn ist nicht daran interessiert, die Ortsteile alle miteinander zu verbinden und sie zusammenleben zu lassen, denn das gibt eine unheimliche Dynamik und Kraft, wenn 300.000 Leute eins sind. Wenn ich die dann alle auseinanderhalte, habe ich sie auch besser unter Kontrolle. Und deshalb versuchen wir zu sagen: Was wir hier erleben, das ist nicht nur ein Problem in Bad Godesberg, sondern auch in Beuel, in der Nordstadt, in der Innenstadt, am Hardtberg. Das ist für uns aber unheimlich schwierig, das von uns aus zu transportieren, weil es dann in Bonn gleich wieder heißt: Das ist halt nur der Stadtteil, die machen da ihr eigenes Ding.

Axel Bergfeld: Es gab für uns aber auch von Anfang an die Überlegung: Wenn wir ein Bürgerbegehren von uns aus erfolgreich durchführen wollen, dann reicht uns erst mal die Bevölkerung in Bad Godesberg. Wir müssen dafür nicht das Fass „Bäderpolitik Bonn“ aufmachen. Der Oberbürgermeister will das aber. Er wollte nicht, dass der Rat sich dem Bürgerbegehren anschließt, was bedeutet, wir bekommen den Bürgerentscheid, und dann habe ich ja diese stadtweite Ebene. Und ich denke, da sehen wir auch den Kampf fürs Kurfürstenbad eher als etwas Konzeptionelles für die ganze Stadt. Bin ich für Stadtteilbäder, bin ich für wohnortnahes Schwimmen, etwas, was im Umfeld von maximal Fahrradentfernung der Menschen möglich ist? Oder versuche ich unter dem Aspekt Sparen zu zentralisieren und nehme damit auch jede Menge innerstädtischen Verkehr und das Zerfallen der Zentren in Kauf? Ich habe dann im Grunde das Schwimmbad auf der grünen Wiese so wie ich den Supermarkt oder den HUMA auf der grünen Wiese habe. Das ist nun mal heute traurigerweise so. Aber die Tendenz muss aus unserer Sicht in Zukunft sein, dass die gewachsenen Zentren in den Stadtteilen gestärkt werden. Und da ist das Kurfürstenbad extrem wichtig, aber da ist die Beueler Bütt oder das Frankenbad mit Sicherheit genauso wichtig, und daraus kann ich ja sehr schön ein Konzept machen. Eine Mitstreiterin von uns hat dazu schon eine Petition veröffentlicht, die heißt „4×4“ oder „4 Stadtbezirke – 4 Bäder“.

Elisabeth Schliebitz: Ich bin ja für 5×5. Das Viktoriabad gehört dazu! (lacht)

Axel Bergfeld: Im Moment jedenfalls noch 4×4 … Das bedeutet für uns, Schwimmen und Schwimmen lernen gehört zum Alltag, und alles, was im Alltag stattfindet, funktioniert eigentlich nur dann gut, wenn ich aus dem Haus gehe und sagen kann, in fünf Minuten bin ich zum Beispiel bei meinem Stadtteilbad, meiner Schule, meinem Kindergarten oder meinem Sportplatz. Wenn das Bad dann kilometerweit weg ist und ich muss mit dem Auto hinfahren, kann das nicht richtig sein. Und insofern denke ich, steckt bei unserer Initiative schon mehr dahinter, als zu sagen: Wir kämpfen um das Kurfürstenbad in Godesberg, sondern in der nächsten Stufe sagen wir natürlich: Klar! 4×4 – jedem Stadtbezirk sein Hallenbad!

Wolfram Kuster: Schon zu Hauptstadtzeiten gab es Pläne, Bonn stärker in der Mitte zusammenzuführen, zwischen Godesberg und Bonn. Man hatte die Idee, in der Gegend der Adenauerbrücke ein neues Zentrum entstehen zu lassen, mit dem Bonn-Center als neue Mitte. Es war damals sogar schon im Gespräch, den umstrittenen Bundesbahn-Haltepunkt zu bauen. Das sind alles Ideen, die es schon vor vielen, vielen Jahren gegeben hat und die jetzt aus der Schublade gezogen werden. Wohin das geführt hat, zeigt sich ja jetzt sehr schön an der Sprengung des Bonn-Centers!

Axel Bergfeld: Ich kenne das noch aus meinem Geografie-Studium, das war das erste, was wir damals gelernt haben. Aber das Konzept ist gescheitert und hat mit unseren räumlichen Bedürfnissen als Bürgerinnen und Bürgern wenig zu tun. Auch dass man das Schwimmbad in die geographische Mitte Bonns baut, ist nicht mal besonders konzeptionell oder bürgernah gedacht. Ich glaube, das ergibt sich vielmehr daraus, dass da zum Beispiel die Stadtwerke sitzen und ihr Heizkraftwerk erweitern wollen und ein Schwimmbad in der Nachbarschaft als Abnehmer dafür natürlich eine gute Begründung ist. Solche Aspekte haben aber mit den Bedürfnissen der Menschen wenig zu tun.

Die Godesberger Sportvereine, die das Bad bislang benutzt haben, stehen einem Erhalt eher skeptisch gegenüber. War das für Euch nachvollziehbar oder hat Euch das überrascht?

Elisabeth Schliebitz: Es war für mich in dem Sinn nachvollziehbar, weil ja die Vorstände der Sportvereine nicht mit ihren Mitgliedern gesprochen haben. Die Vorstände haben das mit der Stadt vereinbart, es war eben nicht das Einbeziehen der Bürger beziehungsweise der Mitglieder, die mit uns auf einer Seite stehen und total empört sind, dass sie nie gefragt worden sind, ob sie das Kurfürstenbad geschlossen haben wollen oder nicht. Und dann müssen die Vorstände natürlich gegen uns sein, weil sie dieses Konzept selbst ins Rollen gebracht haben. Und ihre Reaktion, soweit ich das mitbekommen habe, ist immer noch, uns zu diffamieren oder die Mitglieder, die eine Antwort haben wollen, mundtot zu halten. Und das ist eine Sache, die nicht von Stärke und Souveränität zeugt, sondern das schürt wieder dieses Misstrauen: Was haben „die da oben“ mit uns hier unten vor?

Axel Bergfeld: Das muss man sich glaube ich klarmachen, auch in Vereinen gibt es „die da oben“. Wir denken immer, das gibt es nur in der Politik, aber in Vereinen gibt es auch Sportfunktionäre, die sich als Geschäftsführer oder Vorstände mit den anderen Geschäftsführern und Vorständen und dem Stadtsportbund zusammensetzen und etwas aushecken. Ob das ihre Mitglieder wollen und gut finden… Wir wissen zumindest von der SG WAGO, dass eine Verständigung darüber mit den einfachen Schwimmerinnen und Schwimmern nicht stattgefunden hat.

Elisabeth Schliebitz: Bei den Freibadfreunden Friesdorf auch nicht.

Axel Bergfeld: Es gab keine basisdemokratische Debatte in den Vereinen, sondern die Funktionäre haben sich eine Lösung überlegt.

Wie läuft die Kommunikation mit der Stadtverwaltung? Mit der juristischen Prüfung des Begehrens hat es ja 2016 nicht mehr funktioniert. Kommt es da auf Eurer Seite zu Frustrationen?

Axel Bergfeld: Bei der juristischen Prüfung hatten wir schon das Gefühl, man schiebt das jetzt möglich weit nach draußen. Die Stadtverwaltung wollte im letzten Jahr diese Prüfung einfach nicht abschließen, was bei Viva Viktoria! noch in drei Wochen möglich war. Und obwohl das ein deutlich komplexerer Vorgang gewesen ist, als das, was wir jetzt hier haben. Wir gehen ja im Grunde nur einen Ratsbeschluss an. Da gab es keine europaweite Ausschreibung und Ähnliches vorher. Wir denken, dass es im Moment darum geht, auf Zeit zu spielen, damit die Leute bei den Stadtwerken weiter ihre Fantasien für ein neues Bad bunt ausmalen können, so dass ihre Argumentationslinie noch ein Stück realer wird. Im Moment ist es ja noch pure Fantasie, wenn es dann erst mal ein paar Architektenbilder gibt, dann sieht das ja schon wieder toller aus, auch unabhängig davon, was die kosten. Die haben versucht, uns Richtung Frühjahr/Sommer zu schieben, um dann einfach mehr in der Hand zu haben, womit man die Leute wieder begeistern kann.

Wolfram Kuster: Das ist ganz klar, die brauchten einfach die Zeit für solche Werbeveranstaltungen wie die neulich auf dem Münsterplatz, die ja aus dem Boden gestampft worden ist. Mit einem Mal sollten die Bonner alle beteiligt werden, dann wurde dort gemalt und erzählt… Und es wird auch immer wieder als Argument dafür genommen, was sich die Bonner angeblich wünschen. Da waren vielleicht 2.000 Leute – wir haben mehr als 13.000 Unterschriften gesammelt! Es wird so getan, als wenn diese 2000 aussagekräftiger wären als unsere 13000. Und dann auch die Schnelligkeit, mit der so etwas plötzlich initiiert werden kann. Ein paar Tage später erfuhr man dann aus der Presse, es gibt sogar schon einen Architektenwettbewerb mit zehn namhaften Architekten. Man hat also offensichtlich auch noch die Zeit haben müssen, um das alles in die Bevölkerung reinzugeben. Und das ist dann natürlich vom Verfahren mehr als bauernschlau. Das ärgert mich auch richtig, obwohl man die Prüfung eigentlich längst hätte abschließen können, zieht man es in die Länge, damit man solche Aktionen schnell noch loswerden kann. Aber wenn das die Leute nicht merken, kann man nichts machen…

Axel Bergfeld: Die merken das!

Was wünscht Ihr Euch im Jahr 2017 für Euer Bürgerbegehren? Was sind Eure Erwartungen und Hoffnungen, wie das ganze ausgehen wird?

Wolfram Kuster: Ich wünsche mir ein großes Fest zur Wiedereröffnung des Kurfürstenbads am 1. Oktober mit Musik, Fete und kleinem unerlaubten Feuerwerk.

Elisabeth Schliebitz: Ich sehe unser Bürgerbegehren als den allerersten notwendigen Schritt, all das zu tun, was wir uns für Bad Godesberg wünschen.

Axel Bergfeld: Wenn wir träumen dürfen – das Kurfürstenbad im Oktober wiederzueröffnen und das zu einem großen Fest für den Stadtteil zu machen, das wäre schon was.

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Alle Bilder des Beitrags (C) Kurfürstenbad bleibt!